© Eschweiler SG Rollsport e.V.
Rollkunstlauf Geschichte Rollkunstlauf
Eschweiler SG Rollsport e.V.

Geschichte des Rollkunstlauf

(Auszug aus der Festschrift zum 100 jährigen Vereinsjübiläum von 1994)

Aus Verzweiflung über die schmelzende Eisdecke im Frühjahr oder die zu milden Winter soll als Erster ein unbekannter Holländer im siebzehnten Jahrhundert auf die Idee gekommen sein, hölzerne Räder an seine Schlittschuhkufen zu schrauben. Dies ist die erste Legende von der Erfindung der Rollschuhe. Die zweite geht auf das Jahr 1760 zurück. Bei einem Maskenball in London soll ein belgischer Instrumentenmacher namens Merlin auf Rollen in den Saal geglitten sein. Leider hatte der Mann vergessen, auch das Bremsen zu üben: Er krachte in einen großen Spiegel und verletzte sich schwer. Die Weiterentwicklung des Rollsports war eng mit der Entwicklung der Rollschuhe verbunden, und die ließ mehr als 100 Jahre auf sich warten. Einigen Erfolg hatte der Londoner Obsthändler Ion Tyer mit einem Patent, bei dem die Rollen hintereinander angeordnet waren, ähnlich wie bei den heutigen „Inlinern". Den eigentlichen Durchbruch aber erzielte der Amerikaner James L. Plimton aus New York mit einem Patent von 1863 auf einem gefederten Vierradrollschuh, der statt einer wackeligen Angelegenheit, ein kontrolliertes Laufen mit eleganten Kurven erlaubte. Ein weiterer Meilenstein für die Entwicklung war die Verwertung eines Kugellagerpatentes von 1884.

Die erste Blütezeit

In dieser Zeit erlebte das Rollschuhlaufen einen steilen Aufschwung. Plimton schuf in den USA den ersten „Skater Rink", und zwar 1866 auf Rhode-Island. Kurz danach entstanden ähnliche Anlagen auch in Paris und London. 1880 gab es in Paris schon 40 Rollschuhbahnen. In Deutschland entstand 1876 der erste Rollschuhring in Berlin-Hasen­heide, und weitere folgten im Zoologischen Garten, am Anhalter Bahnhof und in Charlottenburg. Und auch in Frankfurt lief man im Palmengarten... . Rollschuhlaufen war damals ein gesellschaftliches Ereignis. Die junge Schickeria, Adelige und reiche Bürger, sogar die diplomatische Welt widmete sich der edlen Kunst, auf glatter Bahn ohne Anstoß und scheinbar mühelos dahinzugleiten. Dadurch erlebte das Rollschuhlaufen einen enormen Aufschwung, und aus dem edlen Sport der Hautevolee wurde langsam ein Massensport. Parallelen zu „neuen" Sportarten wie Tennis, Reiten und Golf sind hier unverkennbar, nur daß diese Entwicklung im Rollsport schon vor hundert Jahren stattfand. Nun, Rollschuhlaufen kam in Mode, und mit dem Massensport entwickelten sich auch eigene Disziplinen. Es gab Wettbewerbe für Rollweit- und -hochsprung, für Rollschnellauf und Rolldauerlauf. Roll­hockey betrieb man sogar seit 1878, zuerst in England. Und so entwickelte sich auch das Rollkunst­laufen. 1910 wurde in Leipzig der Bund Deutscher Rollschuhvereine gegründet, und 1911 fanden die ersten Deutschen Meisterschaften im Rollkunstlauf statt. Die ersten Europameisterschaften gab es allerdings erst 1926, und 1936 wurden in Stuttgart erstmals Weltmeisterschaften im Rollkunstlauf durchgeführt.
Home Rollkunstlauf Verein Training Termine Berichte Mitglieder Links Impressum