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© Eschweiler SG Rollsport e.V.
Geschichte Der Verein
Eschweiler SG Rollsport e.V.

Trainingsstätten

(Auszug aus der Festschrift zum 100jährigen Vereinsjubiläum 1994)

Um Trainingsplätze war es anfangs schlecht bestellt. Die Läufer trainierten in den ersten Jahren auf allen möglichen Asphaltplätzen und zogen frei nach dem Lied „Rollschuh, Rollschuh, du mußt wandern" von einem schlechten Platz zum anderen. Bis 1958 lief man auf dem Spielplatz an der Glocke, 1959 auf dem Platz an der evangelischen Schule (heute: evangelische Grundschule und Hauptschule Stadtmitte) und ab 1959 auf dem Schulhof an der Hehlrather Straße. Selbst mit dem Bau der Rollschuhbahn (1966) hörte diese Wanderbewegung nicht auf: das Wintertraining fand in den Turnhallen der Stadt statt: an der Jahnstraße, in Bohl und an der Grabenstraße, wo heute die „Rathausresidenz" daran erinnert, daß dort früher ein Rathaus war, das ursprünglich ein Schulgebäude (mit Turnhalle) war. Zeitweilig wurde auch die ehemalige Reithalle der Kaserne an der Preyerstraße benutzt, die dazu von Eltern und Großeltern in Eigenregie umgebaut wurde. Wegen der großen Probleme, eine geeignete Trainingsstätte zu finden, war in der Abteilung schon sehr früh der Wunsch zu einer „eigenen" Rollschuhbahn geweckt worden. 1966 war es soweit. Mit einem großen Zuschuß der Regierung und sehr viel Eigenleistung konnte die Rollschuhbahn am Patternhof fertiggestellt werden. Die Gesamtkosten von 240.000 DM machen klar, daß dies in der damaligen Zeit ein erheblicher Kraftakt war - eine Leistung, zu der die Stadt wie auch das Land heute offenbar nicht mehr fähig sind. Die Rollschuhbahn war sehr gut, „leicht zu belaufen wie eine Eisfläche", so wurde in der Presse berichtet. Und die Rollkunstläufer waren glücklich, hatten sie doch endlich ihre eigene Trainingsstätte. Dieses Glück hielt leider nicht lange vor. Schon kurz nach der Fertigstellung, noch vor der offiziellen Einweihung, zeigten große Wasserlachen auf der Rollschuhbahn an, daß sich die Asbestbetonplatten gesenkt hatten. Anfang der siebziger Jahre klagten die Sportler über große Risse und Ritzen, sowie hervorstehende Schrauben, die eine große Verletzungsgefahr für die Läufer darstellten. 1975 beschloß der Bauausschuß eine umfangreiche Sanierung der Bahn und im Sportstätten leitplan der Stadt wurde sogar eine Überdachung für die kommenden Jahre eingeplant. Leider sind diese Jahre nie gekommen, und auch die Reparatur - so sie denn stattgefunden hat - war nicht von langer Dauer. In den folgenden Jahren wurde die Bahn für die Abteilung zu einem großen Problem und mußte von den Eltern immer wieder repariert werden. Trotzdem wuchs die Verletzungsgefahr stetig, und so mußte 1985 das Training auf der Rollschuhbahn vollständig eingestellt werden. Aus heutiger Sicht muß man wohl feststellen, daß es sich bei der Rollschuhbahn, bestehend aus Asbestbetonplatten auf einem Holzfachwerk als Untergrund, um eine Fehlkonstruktion handelte, obwohl die Konstruktion dem damaligen Stand der Technik durchaus entsprach. Seit 1976 verlagerte sich das Training mehr und mehr in die Turnhalle Eichendorffstraße. Angefangen mit dem Wintertraining wurde Anfang der achtziger Jahre wegen der Verletzungsgefahr zuerst das Kürlaufen in die Halle verlegt, und wie oben erläutert, mußte man 1985 auch das Pflichtlaufen in die Halle verlegen und die Rollschuhbahn ganz aufgeben. Mit den Trainingsbedingungen in der Eichendorffhalle ist man heute leidlich zufrieden, wenn nur der PVC-Boden zum Rollschuhlaufen besser geeignet wäre. Der etwas zu große Rollwiderstand von PVC ist vor allem für unsere Leistungsläufer ein echtes Handikap. Diese (fuhren noch in den 90er Jahren) mehr oder weniger regelmäßig nach Duisburg oder Mönchengladbach, nur um auf einem guten Boden trainieren zu können. Seit 1985 versank die Rollschuhbahn in einen Dornröschenschlaf, aus dem sie jäh erwachte, als 1990 der Stadtrat ohne Rücksprache mit der Abteilung einen Abriß der Bahn verfügte. Nach Protesten der Abteilung wurde dieser Beschluß zurückgenommen und die Abteilung ent­wickelte einen Renovierungsplan, der eine Erneuerung wesentlich unterhalb der ursprünglichen Entstehungskosten von 1966 ermöglicht hätte. Zudem war die Abteilung zu einer enormen Eigenleistung bereit. Aber der Plan scheiterte wieder an den finanziellen Möglichkeiten von Stadt und Land. Das weitere Schicksal der Bahn ist nach wie vor ungeklärt. Nachtrag; Vor bereits einigen Jahren wurde die Rollschuhbahn am Patternhof abgerissen. Mittlerweile steht in Eschweiler auschließlich die Eichendorffhalle als Trainingsstätte zur Verfügung - trotz Bemühungen seitens des Vereins auch in anderen Hallen trainieren zu dürfen.